Vorbericht
Olympiakos mit den Rekordjägern Spanoulis und Printezis im Audi Dome

Wie die Bayern erwischte auch Olympiakos Piräus nach einer Auftaktniederlage zuhause (gegen Zalgiris Kaunas) mit drei Erfolgen in Serie – gegen den Lokalrivalen Panathinaikos Athen (78:71), Topfavorit Olimpia Mailand (86:75) und Maccabi Tel Aviv (85:82) – einen gelungenen Start in die neue EuroLeague-Saison. Dabei spielt die unverwüstliche Legende Vassilis Spanoulis, 38, mit 8,3 Punkten und 1,8 Assists im Schnitt nicht mal die dominierende Rolle vergangener Jahre.

Der griechische Guard Spanoulis, mit 4.272 Punkten und 1.523 Assists in 328 Einsätzen jeweils die Nummer eins in den All-time-Listen der Königsklasse, könnte mit 24 weiteren Spielen auch zum Profi mit den meisten Einsätzen in der EuroLeague aufsteigen. Auf Platz eins liegt derzeit noch Felipe Reyes, der für Estudiantes und aktuell Real Madrid 352 Partien auf dem höchsten europäischen Parkett absolvierte.

Fast im Schatten dieses griechischen Basketball-Idols steht ein weiterer Rekordjäger ganz oben: Georgios Printezis: Der 2,05 Meter große Forward liegt bei den All-time-Punkten zwar gut 1.000 Zähler hinter seinem Landsmann, belegt aber insgesamt den dritten Platz. In der aktuellen Saison ist der 35-Jährige zudem mit Guard Aaron Harrison (je 10,8 PpS) der Topscorer des zweiten griechischen EuroLeague-Starters, der (aufgrund der Verwerfungen mit Panathinaikos) national weiterhin nur in der zweiten Liga startet. Printezis‘ Klasse findet sich in den EuroLeague-Bestenlisten zudem in der Kategorie Rebounding (1.339, Platz 5) und bei den Partien (313), hier nur eine Position hinter dem Teamkollegen Spanoulis.

Georgios Bartzokas zurück an der Seitenlinie

Mit einem Index-Rating von 4040 Punkten führt „V-Span“ Spanoulis auch diese All-Time-Liste der EuroLeague an. Am fünften Spieltag trifft er nun auf Vladimir Lucic, der mit 91 Punkten in dieser Kategorie, gemeinsam mit Nando De Colo von Fenerbahce und Simon Krunoslav von Efes Istanbul, diese Bestenliste der Königsklasse anführt. In Jalen Reynolds (Platz 15, 59 PIR) und Ex-Olympiakos Guard Wade Baldwin (Platz 19, 56 PIR) befinden sich zwei weitere Bayern in den Top-20 nach den ersten vier Spieltagen.

Neben Spanoulis, Printezis und Harrison sorgen der frühere Bayreuther Hassan Martin (10,5 PpS/6 RpS), Heimkehrer Kostas Sloukas (8,8/6 ApS, von Fener) sowie Sasha Vezenkov für zuverlässiges Scoring. Neben Martin gehört auch Octavius Ellis (5,8 RpS) zu den besten elf Reboundern der noch jungen Saison. Mit bislang sieben Rebounds im Schnitt ist FCBB-Center Reynolds derzeit Fünfter im Ligavergleich. In Sloukas hat der zwölfmalige griechische Meister zudem den drittbesten Ballverteiler in seinen Reihen, einzig Ex-Bayer Vasilije Micic (Efes) und Vyacheslav Zaytsev von Khimki Moskau (je 6,5 ApS) verteilen den Ball noch häufiger.

Aufsteiger Wade Baldwin gegen seinen Ex-Klub Piräus

Doch nicht nur auf dem Parkett, auch an der Linie können die Griechen mit einem großen Namen des europäischen Basketballs aufwarten: Georgios Bartzokas übernahm vergangene Saison das Amt des ehemaligen NBA-Trainers David Blatt beim Traditionsklub, den er bereits in den Spielzeiten 2012/13 und 2013/14 betreute. In seinem ersten Jahr gewann er mit Olympiakos die EuroLeague und wurde zum Trainer des Jahres ausgezeichnet. Regular Season sowie Finals MVP damals: Vassilis Spanoulis.

Dessen letztjähriger Kollege, der ehemalige NBA-Profi Wade Baldwin IV, erobert nun für die Bayern die EuroLeague. Vor seinem Wechsel zum FCBB trug der junge Point Guard noch das Trikot des heutigen Gegners, dort kam er über die Rolle des Rotationsspielers jedoch nicht hinaus. 5,5 Punkte verzeichnete der US-Amerikaner in 24 Einsätzen für Piräus. Beim FCBB stand der 24-Jährige bislang in jedem EuroLeague-Spiel in der Starting Five und steigerte seinen Punkteschnitt auf 12,8. Mit insgesamt elf Steals führt er die Liga in dieser Kategorie deutlich an – in der gesamten letzten Saison gelangen ihm nur zwölf.